Trip durchs Silicon Valley.

    Innovation aus erster Hand.

Ein Blick in die digitale Zukunft.

Besuch bei Google, Facebook, Airbnb, Tesla & Co.

Wie sehen Markenführung, Ideenmanagement und Unternehmensalltag im Silicon Valley aus? Hier ein Update aus der Bay Area. Zusammen mit Uwe Tännler von Swiss Marketing sowie 22 weiteren Managern und CEOs verbrachte ich eine Woche in der digitalen Zukunft.

Fail early, fail often: Design thinking.

Um das Silicon Valley besser zu verstehen, lohnt ein Abstecher an die Stanford University. Hier ist das Reich des Design Thinking. Das Denk- und Entwicklungsverfahren ist wie das kleine Einmaleins der amerikanischen Innovationsindustrie. Die Dos and Don’ts des Design Thinking haben vieles für sich, beispielsweise: Diskussionen nicht mit „Aber“ blocken, sondern mit „Ja, und …“ vorwärtstreiben. Denn wichtiger als das Kritisieren ist das Testen. Die Devise dabei: „Fail early, fail often.“ Man lernt durch Prototyping und nicht durch das Debattieren von Theorien. Überhaupt: Im Valley ist vieles flacher organisiert und einfacher. Prozesse und Verfahren werden so einfach wie möglich gestaltet. Hierarchien werden kurzerhand eingeebnet, um effektives und innovatives Arbeiten zu gewährleisten.

Mark mag Live-Kommunikation: Facebook.

Menlo Park ist eine Welt für sich: Erst hier, auf dem „Million-Square-Foot Campus“, kann man sich eine vage Vorstellung von der Grösse und vom vielfältigen Engagement des Unternehmens machen. Gleich in unserer ersten Präsentation ging es um das weltumspannende Projekt „Aquila“: eine Internetverbindung via Solarluftfahrzeuge, die das World Wide Web allen Menschen unseres Planeten zugänglich macht, egal wo sie wohnen.

Mark Zuckerberg haben wir nicht gesehen, aber zumindest Zuckerbergs Stage. Das ist ein alter Kranarm, eigens für den CEO zur Bühne umgebaut. Von hier wendet sich der 56,7-Milliarden-Mann direkt an seine Mitarbeitenden, die jeweils auf den Platz kommen. Toll, auch Mark macht Live-Kommunikation!

No limits: Experience design.

Spannend, zu erleben, wie und mit welchem Background Zukunftsprodukte von Apple, Tesla, aber auch etwa von Citibank marktgerecht kommuniziert werden.

„We think beyond purely.“
Design-Agentur Eight Inc.

Dazu haben wir die Experience-Design-Agentur Eight Inc. besucht. Hier hat man die Marketingbegriffe aus der alten Konsumgüterindustrie längst entsorgt. Über Grenzen hinweg denken, so der Grundsatz der weltweit tätigen Agentur. Für die 170 Strategic Designers und Business Creatives gilt: „We believe people are far more interesting and complex than the narrow roles like users or consumers. We think beyond purely digital or physical, reality is more fluid and interconnected.“

Lieber gut als perfekt: Google.

Wer in Richtung Mountain View zum Googleplex unterwegs ist, der hat allergrösste Erwartungen: Wie präsentiert sich Google seinen Besuchern? Wie fühlt sich die viel gepriesene Brand Experience tatsächlich an? Und was erfährt man über die Zukunftspläne des Unternehmens? Vom Empfang bis zur Verabschiedung: Engagement, Commitment und amerikanische Gastlichkeit machen den Giganten zu einem nahbaren Unternehmen.

Wir erhalten Einblicke in die Bereiche Search, Konsumentenanalyse, mobiles Design, Security Design, Machine Learning und Brand Development. Unsere Gesprächspartner sind hochkarätige Spezialisten und geübte Kommunikatoren. So herrscht im Googleplex nicht die Kultur geheimer Algorithmen und kryptischer Projekte, sondern eine lockere Atmosphäre konzentrierter Arbeit. Google ist nicht IT, sondern eine Welt, in der die User – also wir als Gäste aus der Schweiz und Deutschland beispielsweise – im Zentrum stehen.

 

Big Idea, Big Success: Ideenwirtschaft.

Alles beginnt mit einer Idee. Das ist auch im Silicon Valley das Zauberwort. Die Big Idea ist immer der Startpunkt: sowohl für die Akquisition von Venture Capital wie auch für die Akquisition von Talenten. Beides ist hart umkämpft. (Das ist zumindest mit der Schweiz vergleichbar.)

Win first customers. Don’t think about making money.

Wer seiner Big Idea zum Erfolg verhelfen will, sollte sich dabei an die lokalen Learnings halten, beispielsweise: „Win first customers. Don’t think about making money.“ Und ein paar Schritte weiter auf dem Erfolgsweg: „Let the huge amount of customers you collected so far be part with their ideas too.“ Ja, Brands öffnen sich, sie werden Produkte kollektiver Erfahrungen und Emotionen. Und nein: Silicon Valley ist keine Welt voller Nerds, hier spielen Emotionen eine wichtige Rolle. Bei Eight Inc. beispielsweise denkt man so: „Emotion is greater than form follows function.“

Customer Journey Live: Airbnb.

Brand Experience bzw. Customer Experience ist auch am Hauptsitz von Airbnb ein wichtiges Thema. Mittlerweile haben wir Palo Alto verlassen und sind auf unserer Reise durch die digitale Zukunft in Downtown San Francisco angelangt, in einer der über 65 000 Städte, in denen Airbnb vertreten ist.

Ein Zuhause für Reisende zu schaffen.

Und so sieht es im Hauptsitz auch aus: Die Räume sind wie unterschiedlichste Gästezimmer eingerichtet. Hier wird physisch gelebt, was digital vermittelt wird: jeder Raum ein Erlebnis, oder besser ein Reiseerlebnis. „Ein Zuhause für Reisende zu schaffen, ein Ort, an dem sie sich direkt wohlfühlen und gerne Zeit verbringen – das ist die Vision unseres Unternehmens.“, betont Jason Beckham, unser Gastgeber bei Airbnb. Eine Marke aufzubauen heisst, sie erlebbar zu machen, nach innen und nach aussen.

 

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Fazit: Be emotional!

Die Sechs-Tage-Zukunft im Silicon Valley und in der San Francisco Bay Area haben gezeigt: Es gibt viele digitale Zukünfte. Bei Tesla sieht sie anders aus als bei eBay oder Salesforce. Aber eines haben (fast) alle gemeinsam: Die sorgfältig gestaltete Customer Experience Journey ist ein wesentlicher Teil davon. Der Kurzbesuch in den zahlreichen Unternehmen hat gezeigt, wie wichtig diese neuen Marken das emotionale Brand-Erlebnis nehmen. Als Live-Kommunikator habe ich hier tüchtig Inspiration getankt. Bezüglich Work Spirit fehlt uns noch etwas die lockere Machernatur der Valley People, aber wir arbeiten dran – vor allem an der Neunbrunnenstrasse.

Zur Reise.

Die sechste Silicon-Valley-Studienreise des Instituts für Marketing der Universität St. Gallen fand vom 4. bis zum 10. Februar 2017 statt. Sie wurde in Kooperation mit Google Schweiz und Swiss Marketing durchgeführt.

 

Danke, Cristoph Bürge, für die Statements und die geniale Summary Map.

 

©Bild Header: Rob Bye

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